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14. Nov. 2022

Pelletheizungen: Haben sie eine Zukunft?

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In diesem Beitrag schauen wir uns den Unterschied zwischen Pelletöfen und Pelletheizungen und deren Funktionsweisen an. Wir werfen einen Blick auf die Herstellung von Pellets. Was ist beim Kauf von qualitativ hochwertigen Pellets zu beachten? Was war die Grundidee und warum wurde Heizen mit Holz einst als klimaneutral angesehen. Zudem sehen wir uns die Empfehlungen des Bundesumweltamts in Bezug auf Pelletheizungen an. Das und mehr erwartet Dich in diesem Beitrag.

Heizen mit Holz

Beginnen wir mit einem kleinen Exkurs in die Geschichte des Heizens. Hast Du gewusst, dass die alten Römer schon eine Fußboden- und Wandheizung hatten? Wände und Böden besaßen Hohlräume. Die Römer leiteten heiße Luft eines (Holz-)Feuers in die Zwischenräume. Das war die Art, damalige Badehäuser zu beheizen. Diese Flächenheizung trägt den Namen Hypokaustenheizung.

Was sind Holzpellets? Pellets werden aus Sägespänen und Hackschnitzeln hergestellt. Diese fallen in Sägewerken als Nebenprodukt an. Innerhalb des Produktionsprozesses werden sie gesiebt, zerkleinert und getrocknet. Das Rohmaterial wird bei hohen Temperaturen gepresst. Heraus kommen zylinderförmige Holzpellets. Diese werden gekühlt und in Silos eingelagert. Wie diese genau aussehen, hast Du oben im Titelbild bestimmt schon entdeckt. 😉

Die Qualität von Holzpellets kann variieren. Gut sind Pellets, die auf nachhaltiger Forstwirtschaft basieren. Schau auch auf regionale Herstellung, um kurze Lieferwege zu unterstützen. Das Umweltbundesamt empfiehlt, dafür auf die Siegel FCS und PEFC zu achten.

Pelletofen und Pelletheizung

Zunächst differenzieren wir zwischen dem Pelletofen und der Pelletheizung: Der Ofen steht direkt im zu beheizenden Raum. Während die Pelletheizung beispielsweise in einem Heizungskeller platziert ist und für den Wärmebedarf (Heizen und Warmwasser) des gesamten Haushalts verantwortlich ist.

Der Einzelofen oder auch Pelletofen steht im Wohnraum und heizt diesen auf. Er besitzt einen Vorratsspeicher (meist für eine Tagesration) und ein Behältnis für die Asche. Während die Zufuhr der Pellets sowie der Verbrennungsprozess automatisch passiert, erfolgt die Leerung der Asche händisch.

Zur Pelletheizung gehört eine Lagereinheit für die Holzpellets, eine Förderschnecke, ein Kessel und ein Pufferspeicher, in welchem sich Heizwasser befindet.
Die Schnecke transportiert die Holzpellets aus dem Lager in den Verbrennungskessel. Durch den Verbrennungsprozess entsteht Wärme, die wiederum mittels Wärmetauscher das Heizwasser erwärmt.

Übrigens: Moderne Pellet Heizsysteme erwärmen das Trinkwasser immer frisch. Durch das Heizwasser wird das Frischwasser im Durchlaufprinzip erwärmt, ohne mit diesem in Berührung zu kommen. Das erwärmte Trinkwasser benutzen wir dann zum Kochen oder Duschen.
Aus hygienischen Gründen wird das Trinkwasser stets frisch aufbereitet. So werden Keime – wie Legionellen – reduziert.

Genauso wie beim Einzelofen auch, muss die Aschebox der Pelletheizung in regelmäßigen Abständen händisch geleert werden.

Heizen mit Holz – Bedeutung fürs Klima

Die Grundidee: Während eines Baumlebens nimmt dieser CO2 aus der Atmosphäre auf. Aus dem Kohlendioxid und Sonnenlicht produziert er Sauerstoff. Eine Fichte beispielsweise nimmt während ihres 100-jährigen Lebens ca. 2 Tonnen CO2 auf. Bei der Verrottung des Baumes wird das gebundene Kohlendioxid wieder freigesetzt. Ohne menschliches Eingreifen besteht hier ein ausgewogenes Verhältnis. Aufnahme und Abgabe halten sich also die Waage.

Mit der Argumentation, dass das gebundene Kohlendioxid sowohl bei der Verrottung als auch bei der Verbrennung zum Heizzweck freigesetzt wird, galten Pelletheizungen als klimaneutral. Die Idee: Nur so viel verbrennen, wie auch nachwächst. Allerdings dient Holz nicht nur als Ressource zum Heizen – andere Industrien verwenden sie auch (z. B. die Papierindustrie).
Mit Blick auf die Rodung von (Ur)Wäldern wird deutlich, dass die Rechnung nicht aufgeht.

Wenn schon Holz aus der Natur entnommen wird, dann sollte die langfristige Nutzung im Fokus stehen. Die Speicherwirkung von Holz kann sich beim Hausbau über das Baumleben hinaus verlängern. Der aus Holz gebaute Dachstuhl eines Einfamilienhauses bindet ca. 8 Tonnen CO2 laut Forst Baden-Württemberg.

Der Dachstuhl eines Einfamilienhauses bindet ca. 8 Tonnen Kohlendioxid

Eingangs haben wir uns die vorbildliche Herstellung von Holzpellets angesehen: aus Nebenprodukten der Sägewerke hergestellt und regional produziert. Allerdings gibt es auch einige kritische Stimmen aus Richtung von Wissenschaftlern und Umweltschützern. Diese kritisieren, dass keineswegs nur Überbleibsel der Holzindustrie zur Pelletherstellung herangezogen werden. Satellitenbilder würden vielmehr belegen, dass massenweise ganze Baumstämme verarbeitet würden. Die Stämme wären teilweise von sehr alten Bäumen, die zuvor in natürlichen Wäldern verwurzelt waren.

Was sagt das BUA zu Pelletheizungen?

Generell empfiehlt das Bundesumweltamt schon beim Hausbau eine effiziente Wärmedämmung zu fokussieren. Bei älteren Häusern helfe ein Sanierungsplan. Also eine Skizzierung von Sanierungsarbeiten, die zur Wärmedämmung beitragen. Da wäre die Erneuerung von Fenstern, dem Dach und der Fassade. Durch die Optimierung dieser Parameter sinkt automatisch auch der Heizbedarf. Denn das Heizen ist der größte CO2 Treiber in privaten Haushalten.

Die Empfehlung für Neubauten lautet, auf Brennstoffheizungen zu verzichten. In die Kategorie Brennstoffe zählen sowohl die fossilen Brennstoffe wie Öl und Gas, aber auch der Brennstoff Holz.

Die CO2 Preise für das Heizen mit (fossilen) Brennstoffen werden im Laufe der kommenden Zeit teurer und somit unattraktiver. Gesetzlicher Hintergrund ist das Klimapaket, welches CO2 Einsparungen bis 2030 vorsieht. Steigende Preise strafen Heizstoffe mit hohen Emissionen ab. Besonders im Fokus stehen dabei Heizungen, die auf Öl oder Gas Basis arbeiten.

Weitere Verwendung von Pelletheizungen

Möchten Haushalte auch weiterhin mit Holz heizen, wird eine Erneuerung von Heizkesseln, die älter sind als 15 Jahre, empfohlen. Dadurch wird eine Effizienzsteigerung und geringere Schadstoffbelastung begünstigt. Apropos Schadstoffbelastung: ebenfalls empfohlen wird die Installation eines Staubabschneiders, um Emissionen zu verringern.

Fazit

Wer bereits eine Pelletheizung besitzt, kann durch die sorgfältige Auswahl nachhaltiger Holzpellets einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Zudem empfiehlt sich der Austausch alter, ineffizienter Verbrennungskesseln.

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